AGs, Förderstunden und Hausaufgabenbetreuung

Seit Beginn des Schuljahres 2017/ 18 legt das Gymnasium Canisianum einen verstärkten Fokus auf den Ausbau eines Konzeptes für zahlreiche Fördermaßnahmen, Arbeitsgemeinschaften und Angebote in verschiedenen Bereichen, um den unterschiedlich ausgeprägten Begabungen, Talenten und Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler – neben der fachlichen und methodischen Qualifizierung im Unterricht –  gerecht zu werden:

Die Arbeitsgemeinschaften unserer Schule bieten vielfältige Bildungsmöglichkeiten über den Unterricht hinaus: So besuchen viele unserer Schülerinnen und Schüler die AGs im Bereich des Sports (z. B. Bewegungskünste/ Jonglage, Kanu fahren), in den Fremdsprachen (z. B. englisches Theater, Griechisch), in den Naturwissenschaften (z. B.  Robotik-AG, Forscher-AG), in Musik (z. B. Big-Band, Musical, Chor) und in Kunst.

Eine individuelle Förderung außerhalb des Regelunterrichts wird somit ermöglicht, so dass Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Klassen und Jahrgangsstufen mit gleichen Interessen an gemeinsamen Projekten arbeiten und an naturwissen-schaftlichen Wettbewerben wie z. B. „Jugend forscht“  teilnehmen können. Auch der Erwerb sprachlicher Zertifikate wie das Cambridge Zertifikat in Englisch oder das DELF Zertifikat in Französisch wird besonders sprachinteressierten Schülerinnen und Schülern angeboten.

Für Schülerinnen und Schüler mit zeitweiligen Schwächen im Leistungsbild haben wir an unserer Schule verschiedene Fördermaßnahmen entwickelt.  Seit Beginn des neuen Schuljahres 2018/19 bietet das Canisianum für die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5-7 zusätzlich eine Hausaufgabenbetreuung mit folgendem Fokus an:

  • Unterstützung des selbstständigen Arbeitens,
  • Geben von Hilfestellungen und individueller Unterstützung bei der Suche nach Lösungswegen sowie bei Fragen und Problemen,
  • Tipps zum methodisch „richtigen“ und systematischen Arbeiten,
  • Ggf. Unterstützung bei Schwächen im Lern- und Arbeitsverhalten.

Möglichkeiten der gezielten, individuellen Unterstützung sowie Förderung bietet zusätzlich das Konzept der Nachhilfebörse unter dem Aspekt „Schüler helfen Schülern.“ Mittlerweile hat das Projekt konkrete und fundierte Züge angenommen und sich im letzten Schuljahr 2017/18 weiter im Schulalltag etabliert, so dass das Vorhaben zu einem festen und unverzichtbaren Bestandteil des Canis geworden ist.

Die Ergänzungsstunden in der Sekundarstufe I haben ebenfalls ein entsprechendes, möglichst breitgefächertes, Angebot zur individuellen Förderung und auch Forderung unserer Schülerinnen und Schüler, so dass Defizite nach gezielter Diagnose aufgearbeitet werden können (z. B. Klasse 5 Rechtschreibförderung). Zusätzlich wird der Übergang in die Oberstufe durch entsprechende Zusatzkurse (z. B. Mathe) erleichtert.

Die Grundidee

Lese- und Rechtschreibförderung

Lesen und Schreiben am Cani – aber richtig (und) gut!

Unser Förderkonzept im Fach Deutsch setzt sich aus zwei am Cani bereits fest etablierten Säulen zusammen, der Leseförderung und der Rechtschreibförderung. Unter dem Dach von Kompetenz und Bildung möchten wir am Cani unsere Schülerinnen und Schüler aber nicht nur in den Bereichen Lesen und Schreiben fördern, sondern ebenso herausfordern.

Warum ist uns dies wichtig?

Mit der Leseförderung wollen wir den Schülerinnen und Schülern am Cani zeigen, warum Lesen Spaß macht und sie durch den Umgang mit dem Medium Buch im Allgemeinen und mit Literatur im Spezi-ellen an Verantwortung gewöhnen. Dazu diagnostizieren wir ihre Lernausgangslagen und ihre gege-benenfalls vorhandenen Förderschwerpunkte, vermitteln wir „handwerkliche“ Fähigkeiten zur Tex-terschließung und evaluieren ihren Lernerfolg. Auf diese Weise wollen wir jeden Schüler und jede Schülerin am Cani individuell nach seinen bzw. ihren Stärken und Schwächen im Bereich der Lese-kompetenz unterstützen, beraten und begleiten.

Die Rechtschreibförderung am Cani hat zum Ziel, den Schülerinnen und Schülern die Lust am Schreiben zu erhalten und dabei zugleich individuelle Stärken und Schwächen zu erkennen. Diese Stärken und Schwächen werden dann in kleinen Förderkursen mit jeweils individuellen Förderplänen optimal aufgegriffen.

Wie gehen wir dafür vor?

Im Bereich der Leseförderung bieten wir den Schülerinnen und Schülern des Cani sowohl auf dem Feld der literarischen Bildung als auch des Textverständnisses zahlreiche Möglichkeiten, ihre Lese-kompetenz aufzubauen, weiterzuentwickeln und zu vertiefen. Ein ganz besonderes Angebot ist der Bernhard-Hürfeld-Literaturwettbewerb, bei dem jahrgangsübergreifend Schülerinnen und Schüler in jedem Schuljahr ihre selbstverfassten Texte zu verschiedenen Themen einreichen können und einige in einer anschließenden Siegerehrung für ihr herausragendes literarisches Talent prämiert werden. Ebenso gestalten wir für die Klassen 5 thematisch auf den Unterricht abgestimmte Lesenächte, zu denen wir alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe zur Übernachtung in die Schule einladen und mit Workshops sowie Rallyes rund um das Thema Lesen jedes Jahr aufs Neue begeistern können. Darüber hinaus haben wir nicht nur eine schulinterne Bibliothek, die zum Schmökern und auch zur Recherche einlädt, sondern bauen ab der Klasse 5 auch eine eigene Klassenbibliothek mit Klassenbib-liothekaren und Klassenbibliothekarinnen auf. Als Anstoß, diese Klassenbibliothek einzurichten, be-suchen wir nicht nur eine etablierte Buchhandlung in Lüdinghausen, sondern lassen uns auch durch die Stadtbücherei führen. Auf diese Weise kommen die Schülerinnen und Schüler in jeglicher Hinsicht mit dem Thema Lesen in Berührung. Um neben diesen aktiv-kreativen sowie produktions- und hand-lungsorientierten Angeboten auch das Textverständnis der Schülerinnen und Schüler zu schärfen, ist in der Jahrgangsstufe 6 eine spezielle Lesefördereinheit implementiert. Diese wurde von den Deutsch-Fachkollegen in engem Austausch mit dem Germanistischen Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster entwickelt. Später werden die Schülerinnen und Schüler in Klasse 8 über das Zeitungsprojekt an digitale Medien und auch Printmedien im Bereich Journalismus herangeführt. Die Westfälischen Nachrichten spielen dabei eine wesentliche Rolle.

Der Bereich der Rechtschreibförderung erstreckt sich insbesondere auf die Jahrgangsstufen 5 und 6. Wir beginnen am Anfang der Klasse 5 mit einer präzisen Rechtschreibdiagnose über das OLFA-Testverfahren (Oldenburgerfehleranalyse) . Über dieses Verfahren ermitteln wir durch eine individu-elle Kategorisierung der Rechtschreibfehler die Fehlerschwerpunkte sowie die Fehlerquotienten (An-zahl der Fehler auf 100 Wörter) der Schülerinnen und Schüler und können im Anschluss daran nach Zustimmung der Eltern individuelle Förderkurse und auf Fehlerschwerpunkte abgestimmte Aufgaben erstellen. So werden die Schülerinnen und Schüler optimal begleitet und unterstützt. Unser Anliegen ist dabei sowohl die Schulung kognitiver und motorischer Fähigkeiten als auch der Aufbau von feh-lendem Strategiewissen durch individuell konzipierte Übungen. Die Förderkurse finden im Schuljahr einmal wöchentlich für eine Schulstunde statt und werden in Klasse 5 sowie – bei Bedarf – in Klasse 6 angeboten. Zu Beginn der Kurse wird wichtiges Strategiewissen aus der Grundschule wiederholt, angewandt und vertieft. Anschließend erfolgt eine Zwischenüberprüfung, darauf aufbauend werden den Schülerinnen und Schülern individuelle Übungen für einzelne Fehlerschwerpunkte zur Verfügung gestellt. Abschließend erfolgt wiederum eine Überprüfung, nach der entschieden wird, inwiefern die Schülerin oder der Schüler auch in Klasse 6 einer Förderung bedarf. Auf diese Weise wollen wir die Rechtschreibleistung der Schülerinnen und Schüler soweit fördern, bis sie problemlos und erfolgreich am Deutschunterricht der Klasse 5 bzw. 6 teilnehmen können. Die Kurseinheiten beginnen dafür meist mit einer kurzen spielerischen Einheit, die thematisch auf den Schwerpunkt der Stunde abge-stimmt ist und an die eine Erarbeitung dieser Schwerpunkte anschließt. Zum Abschluss findet oftmals wiederum ein Lernspiel zur Anwendung bzw. Übung des neu erlernten Wissens statt. Diese Angebote im Bereich der Rechtschreibförderung sind jedoch ausdrücklich freiwillig und als zusätzliche Förder-angebot des Cani zu betrachten.

Was streben wir noch an?

Momentan sind wir aufgrund unserer vielfältigen Projektangebote und Fördereinheiten zum Thema Lesen auf dem Weg, in Kooperation mit der Universität Münster zur Leseschule NRW zu werden. In diesem Zusammenhang streben wir auch einen Ausbau unserer Lesefördereinheiten sowie eine Etablierung einer alltäglichen Lesekultur am Cani an. Ebenso sollen literarisch ausgerichtete Lesungen und Fahrten noch zahlreicher werden und ein Lesepaten-Konzept am Cani eingerichtet werden. Unterstützt werden wir dabei auch von interessierten engagierten Eltern – so können wir nicht nur regelmäßige Öffnungszeiten in der Bibliothek gewährleisten, sondern auch viele spannende Leseaktionen durchführen. So ist auch das Lesen(lernen) am Cani echtes Teamwork.